Die ehemalige Hauptstadt des Comtat Venaissin Carpentras verbindet altes Kulturgut mit moderner Lebenslust.
Zu den wichtigsten historischen Bauten der Stadt zählt unbestritten die spätgotische „Ancienne cathédrale Saint-Siffrein” – Zeitzeugnis aus der Epoche der Päpste. So veranlasste Gegenpapst Benedikt 1405 den Beginn des Baus, der sich anschließend über 100 Jahre hinzog. Denn mit dem endgültigen Rückzug der Päpste nach Rom versiegten auch die zuvor sprudelnden Geldquellen.
Von finanziellen Engpässen ist bei einer heutigen Besichtigung nichts mehr zu spüren. Betritt man das imposante Bauwerk durch das Südportal (Bild links), durchschreitet man zugleich die berühmte „Judenpforte” (Porte Juive von 1480). Der Name stammt von konvertierten Juden, die auf dem Weg zu ihrer christlichen Taufe dieses Tor benutzten. Im Inneren der Kathedrale wird man durch eine von Bernini inspirierte Strahlenglorie des Holzschnitzers Jaques Bernus sowie durch grandiose Werke der Maler Mignard, Parrocel (beide Barock) und Natoire (Rokoko) in Atem gehalten. Benannt wurde die Kathedrale übrigens nach dem heiligen Siffrein – dem ersten Bischof Carpentras, der hier im 6. Jahrhundert den Vorgängerbau errichten ließ.
Ein schönes Kontrastprogramm zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt bietet ein Besuch des Freitagmarktes, der sich als wahres Shoppingparadies unter freiem Himmel entpuppt.
Neben vielen frischen Produkten des Umlandes offerieren die Markthändler vor allem provenzalische „Liebenswürdigkeiten” wie Seifen, Olivenöle, Kräutertees oder Keramikgeschirr. Besonders beliebt sind die traditionellen Indiennes-Stoffe (s. auch Ang. 1-3) – bunt bedruckte Stoffe, die ursprünglich aus Indien stammten und heute als Tischtücher, Küchenhandschuhe, Hemden und sogar Schuhe ihr Comeback feiern!
Das fröhliche Markttreiben zieht sich durch die gesamte Altstadt Carpentras’ & findet jeden Freitagvormittag statt.




